Projekt Kitty

      Projekt Kitty

      Projekt Kitty

      Achja, die Familie? da hat mich meine Schwester vor einiger Zeit gefragt, ob ich ihr nicht mal einen Rechner zusammenschrauben kann, damit sie auch mal bisschen was arbeiten und auch ein wenig surfen kann.
      Also wird die Restekiste geplündert, und alles irgendwie in ein Gehäuse gesteckt. Irgendwie? Natürlich nicht, wenn Bruderherz schon nen Rechner zusammenbaut, wird der natürlich auch gemoddet!


      Reste-Eintopf

      Für das Projekt hab ich in der Ecke den alten Rechenknecht vom Paps gefunden, obwohl schon recht alt, ist es doch ein sehr interessantes Gehäuse, sieht ein wenig nach Apple aus. Unter der Plastikverkleidung steckt aber ein (fast) normaler Midi-Tower. Das besondere an diesem Gehäuse, neben den halbdurchsichtigen Plastteilen, ist die Seite auf der das Mainboard befestigt wird, diese wir aufgeklappt um an die Innereien zu kommen, sehr bequem :)





      Als erstes wird das Case gewaschen, das stand wohl schätzungsweise zwei Jahre in der Ecke. Eigentlich wollt ich das auch garnicht verwenden ? ich hatte einen Büro-PC aus irgend 'nem Amt in die Finger bekommen, 450 MHz, hätte zum surfen locker ausgereicht. Doch bei dem ist mir volle Kanne das Board abgeraucht, also kam der Grüne Staubfänger aus seiner Nische. Dazu muss ich sagen, ich dachte da wäre noch ein alter AMD K6-2 350 MHz drin, der sein ganzes Dasein lang immer nur Zicken gemacht hat. Zu meiner Überraschung war dann doch ein PIII 850 MHz drinn, mit 448 MB Ram (überall die Reste rausgeklaut *g*) ist der echt flott und für Office und surfen reicht der locker, dazu ist er noch schön leise. Aber genug drumherum, das soll ja hier kein Tagebuch werden.

      Not macht erfinderisch?

      Nach dem Säubern fiel mir der obere Bereich vom Gehäuse auf, dort war einmal Plastikgriff, etwa 5mm dick. Also vom Entwickler eine echte Glanzleistung, der ist auch beim ersten Anheben damals gebrochen. Auf jedenfall ist das natürlich störend, also kommt dort einfach eine kleine Scheibe rein. Damit es nicht ganz langweilig ist, wird nach unten alles rausgefräst (durch das Plastik und Metall) und das Fenster bekommt noch eine Gravur von einem Panther.
      Da das gesamte Gehäuse mit Plastik verkleidet ist, kann auch nirgendwo ein ?richtiges? Fenster eingesetzt werden, ein Grund mehr, die Obere ?Öffnung? zu verwenden.





      Das Stück Plexiglas wird dazu erst grob zugeschnitten und anschließend angepasst. Dazu hab ich mir aus dem Rest vom Griff eine Schablone gemacht und dann mit einem Schleifaufsatz für den Dremel die Kanten nach und nach abgenommen. Der endgültige Feinschliff erfolgte dann mit Sandpapier, bis es passgenau sitzt. Zur Befestigung werden die 4 vorhandenen Bohrlöcher genutzt, einfach noch mal durchs Plexi durchbohren und einige Bolzen einsetzen. Die muss ich allerdings erst noch besorgen?

      Ebenfalls defekt war neben dem Griff auch noch der Start-Knopf, der ist bei diesem Gehäuse etwas komplex, da gleichzeitig auch die Status-LED dahinter sitzt. Dieser Knopf besteht aus mehreren Teilen, und die waren alle futsch, also wieder Plexistücke zusägen und etwas Heißkleber opfern.

      Zur Gravur gibt es nicht viel zu sagen, es ist ein Panther in Tribal-Style, La Mama meinte zwar es sieht aus wie ne Echse, aber ich finde die Katze ist zu erkennen. Die Katze meiner Schwester heißt übrigens Tinka, um mal dem Bezug zum Projektnamen herzustellen *g*.
      Auf jedenfall störend beim Gravieren sind die Lichtverhältnisse, ich habe noch nicht herausgefunden, wie man optimal gravieren kann, als nicht geblendet wird aber dennoch jeden Gravierstrich erkennen kann. Wahrscheinlich wäre ein Lichttisch genau das richtige?



      Gib der Katze Licht!

      Damit der Echsenpanther auch was sieht, kommen natürlich ein paar LEDs dazu. Ich musste mich ehrlich gesagt ziemlich zusammenreißen, das halbdurchsichtige Plastik ermöglicht einige spektakuläre Beleuchtungsmöglichkeiten, aber die Kiste ist ja nicht für mich, daher sollte alles etwas dezenter bleiben.

      Um die Gravur herum kamen sechs blaue LEDs, jeweils drei in Reihe sowie einen 100 Ohm-Widerstand, und das ganze an 12V. Zwei weitere Dreierketten kommen vor die Vertiefungen im Oberteil, dadurch wird das Licht ?kanalisiert?; leider lässt sich dieser Effekt nicht mit der Digicam einfangen. Befestigt werden die LEDs mit Heißkleber, hält hervorragend auf dem Plastik.








      Als ich die vier LED-Ketten befestigt und getestet hatte, war klar, es musste irgendwo ein Schalter rein, es ist dann doch etwas heller geworden im Zimmer. Da ich nicht irgendwo in die Front bohren wollte, hab ich unter der Frontklappe einen kleinen Schiebeschalter eingesetzt. Hier zeigen sich wieder die Vorteile von Plastik im Gegensatz zu Metall, einfach ein Loch gebohrt und mit Skalpell und Cutter-Messer das Loch zum Rechteck schnitzen, dauert keine fünf Minuten. Auch hier wird der Schalter mit Heißkleber befestigt.





      Da dem Rechner ein Badge-Aufkleber fehlte, wurde natürlich noch schnell einer ausgedruckt, am besten machte sich Fotopapier. Hinter das Badge kam dann noch eine Rote LED mit abgeschliffenem Kopf. Dadurch leuchten jetzt die Augen der Katze sowie die Umgebung hinter dem Badge, in dem milchigem Plastik ist die Lichtverteilung einfach klasse :)

      Ordnung muss sein

      Es wäre jetzt natürlich einfach gewesen, den Rest zu verkabeln, alles zu einem Strang, die Kabel vom Schalter dazwischen, und eine herrliche Unordnung im Case (zugegeben, mangels Fenster hätte das keiner gesehen). Also lieber ein bisschen Ordnung und eine Platine aufgebaut.

      Diese sollte in den 3,5?-Schacht über dem Floppy, da kein zweites Laufwerk eingebaut ist, ist dieser zu sehen, und so kann man auch etwas flexibler verkabeln und anschließen.

      Dazu wird aus 4mm-Plexi ein Rahmen gefertigt, Maße kommen von einer Festplatte, zwei Seitenteile und die Bodenplatte gesägt und glatt geschliffen, und anschließend verklebt, Modellbaukleber hält bombig.





      Für die Platine werden noch vier ?Füße? aus Reststücken vom Plexi gesägt, danach werden die Anschlüsse gelötet. Ein Molex-Anschluß zur Stromversorgung, Einer für den Schalter und drei Ausgänge für die LEDs. Außerdem konnte ich es mir nicht verkneifen, unter die Platine auch noch drei Stück zu löten, es wäre sonst eine zu große Platinenverschwendung gewesen *g*.









      Anschließend war nur noch der obligatorische Tausch der Status-LEDs durchzuführen, hier habe ich zwei weiße LEDs verwendet.

      Fertig :)

      Eigentlich wollte ich dem Gehäuse ja noch Leuchtende Füße verpassen, doch da haben dann alle gesagt, dass wäre dann doch zuviel (für meine Schwester). Also ging?s ans einbauen der Komponenten und erstmal einen gewaltigen Schock; ich hatte schon nebenbei das System installiert und eingerichtet, jetzt alles eingebaut, und das Board fing an rumzuzicken, ich dacht schon ich hab?s gegrillt, weil auf dem einen Stecker noch Saft war (als ich ihn zog *g*).
      Aber nach etwas CMOS-Löschen läuft die Kiste und schnurrt wie ein Kätzchen; die langsameren Rechner mit den kleinen Lüftern haben halt doch noch was *g*.





      Und so sieht die fertige Kiste nun bei voller Beleuchtung aus. Bis auf die kleineren Reparaturen und Arbeiten mit dem Plexiglas war alles nur ein bisschen Löten und Kabel ziehen, also relativ geringer Aufwand, aber ich denke das Ergebnis kann sich doch sehen lassen.