Enforced Dual Strike

      Enforced Dual Strike

      Enforced Dual Strike

      Zum Case-Modding gehört nicht nur das Case alleine, sondern auch alles darum herum, schließlich soll ja das Gesamtbild des Modders und seiner Ausrüstung stimmen. Daher nehmen wir uns heute das Microsoft Sidewinder Dual Strike vor.



      Vorbereitungen

      Zu Beginn wird als erstes geklärt, was mit dem Pad passieren soll. Das langweilige Schwarz muß natürlich weichen, eine neue Lackierung in Blau sollte das Problem lösen. Damit das Blau aber nicht auch langweilig wird, kommen noch einige Tribals in Silber aufs Pad.
      Ebenfalls soll irgendwo ein wenig Licht untergebracht werden, was wäre ein Mod, ohne extra LED-Spielereien. Eventuell ist sogar Platz für ein paar Fenster.
      Um das ganze umzusetzen, wird das Pad fachgerecht zerlegt, dabei sollte man aufpassen, das ganze später wieder zusammensetzen zu können, es sind doch einige kleine Teile.



      Angriff!

      Auf der Oberfläche des Pads finden sich 6 längliche Einbuchtungen, diese sind Ideal für ein wenig Beleuchtung, also wird der Dremel geschwungen, und das Ganze von unten herausgefräst. Dadurch daß von unten gearbeitet wird, entstehen die Löcher in den Vertiefungen und es gibt keine unsauberen Kanten.

      Anschließend noch ein wenig Feinschliff, damit alles glatt wird, und fertig sind die ersten Lichtschlitze.



      Mehr Durchblick?

      Die Schlitze sind schon ganz nett, aber was fehlt ist ein Fenster. Wobei, das Pad heißt ja Dual Strike, also kommen auch ?duale? Fenster ein, in diesem Fall zwei gegenüberliegende an den oberen Enden des Pads.





      Dazu wird erst ein wenig gebohrt, danach ein wenig mehr gefräst und anschließend eine ganze Menge geschliffen, um die Kanten glatt zu bekommen.

      Jetzt haben wir zwar Löcher im Pad aber noch keine Fenster, also ein Stück Plexiglas besorgen und losfeilen und schleifen. Hier reicht ein Reststück, da es wirklich kleine Fenster sind, 2mm Dicke sind genug.

      Wenn die Fenster eingepaßt sind, kommen diese fürs Erste zur Seite, schließlich wird noch lackiert, und dann wäre die arbeit umsonst gewesen.





      Blau macht also glücklich...

      Sobald die Fräsarbeiten durchgeführt sind, kann lackiert werden. Ich verwende dazu meine Airbrush-Ausrüstung, aber das Ganze ist auch mit Spraydosen machbar.

      Vor dem lackieren wird geschliffen, da die Oberfläche vom Pad eine Maserung hat, die soll weg.





      Anschließend wird lackiert, zu empfehlen ist, erst eine Grundierung aufzutragen und danach die Farbe, zwei bis drei Schichten sollten reichen.



      Sind die Teile trocken, kann das Abkleben beginnen. Mit Maskierfolie schneidet man sich die gewünschten Muster zurecht und klebt damit das Pad ab. Dann kann mit der zweiten Farbe lackiert werden, wieder ein paar Schichten, bis kein Blau mehr durchschimmert.

      Um einen etwas plastischeren Look zu bekommen, werden einige Kanten der Tribals noch mit einem Hauch roter Farbe besprüht, mit Spraydose wird das wahrscheinlich schwierig, mit Airbrush-Ausrüstung fällt es natürlich entsprechend einfacher.



      Ist alles trocken, kann die Maskierfolie entfernt werden. Anschließend den Klarlack auftragen. Da das Pad nicht nur rumliegt sondern auch benutzt werden soll, sollten hier schon einige Schichten aufgetragen werden, damit sich der Lack nicht zu schnell abgreift.




      Ist man mit der Lackierung zufrieden können noch die Fenster eingeklebt werden, Modellbaukleber eignet sich hier sehr gut.



      Mechanik durch, Lackieren durch, fehlt noch die Elektrik

      Um das Pad zu beleuchten, werden blaue LEDs eingesetzt. Da das Dual Strike ein USB-Pad ist, muß natürlich auf die Stromversorgung geachtet werden. Auf dem Aufkleber des Pads steht 20mA als Verbrauch, der USB-Port liefert maximal 500mA (für alle angeschlossenen Geräte). Die blauen LEDs haben auch jeweils 20mA, von ihnen werden acht Stück eingesetzt (zwei Fenster und sechs Lichtschlitze), macht insgesamt für das Pad 180 mA, also innerhalb des Erlaubten.
      Dennoch muß angemerkt werden, daß mit einer solchen Lötaktion die Spezifikation von USB umgangen wird:

      Normalerweise meldet jedes USB-Gerät dem Port, wieviel Strom es verbrauchen will, der Port sagt dem Gerät dann, ob er das noch verkraften kann oder nicht, ist zu wenig Stromstärke verfügbar, verweigert der Port und es kommt eine Fehlermeldung. Wer also seine USB-Ports einigermaßen auslastet (bezogen auf die Stromstärke) sollte vorsichtig mit einer solchen Veränderung sein.

      Genug Theorie, Lötkolben raus und los!
      Jede der acht LEDs bekommt zuerst einen 100 Ohm-Widerstand (Ideal für die LEDs wäre eigentlich 75Ohm, aber die waren nicht mehr vorrätig).



      Dann werden die besten Positionen gesucht und die LEDs mit Heißkleber fixiert. Dabei sollte darauf geachtet werden, daß nachher auch alle Teile wieder eingebaut und das Pad geschlossen werden kann.



      Sind alle LEDs fest, können auf der Platine die 5V und Masse gesucht werden, normalerweise sind das Rot und Schwarz am Kabel, aber nachmessen schadet nicht.
      Zum Rechten Teil des Pads kann übrigens ein Kabel durch die Verbindung gezogen werden, dort ist genügend Platz.



      Jetzt noch schnell prüfen, ob alle LEDs leuchten UND ob das Pad noch von Windows erkannt wird, dann kann alles zusammengeschraubt werden.



      Sollte das Pad nicht erkannt werden, dann sollte die Platine genau geprüft werden, eventuell ist ein stück Draht oder ein wenig Lötzinn auf die Platine gelangt und produziert einen Kurzschluß. Solange nichts komisch riecht oder sehr heiß wird, muß das Pad noch nicht komplett Schrott sein.


      Angriff erfolgreich!

      Damit ist das Pad fertig! Neben der neuen Lackierung und einer glücklichmachenden Beleuchtung zeigt dieser Mod auch noch, daß dem Case-Modder kein Platz zu klein ist, nicht doch noch ein Fenster einzubauen und das Innenleben freizulegen!