Extra Soundeingang, ordentlich verlegt :)

      Extra Soundeingang, ordentlich verlegt :)

      Ordnung muss sein

      Wer kennt es nicht, kreuz und quer liegen im und am Gehäuse Kabel und Anschlüsse, die Seitentür muss schon mehr als überredet werden um zu schließen, und der ambitionierte aber unordentliche Modder traut sich schon gar nicht mehr, das Gehäuse noch einmal zu öffnen.
      Diesem Zustand will ich vorbeugen und anhand von einigen Sound-Anschlüssen dokumentieren, dass man Ordnung auch mit Case-Modding vereinen und das Ganze auch sehenswert umsetzen kann.

      Ursachenforschung

      Dieses kleine Projekt entstand aus einer kleinen Not heraus: 5.1-Sound
      Bei meinem neuen Mainboard ist nämlich die genannte Technik verbaut und wird von mir auch genutzt. Allerdings gibt es weiterhin nur drei Klinke-Buchsen auf dem Board Line-In, Line-Out und Mikrofon. Diese drei werden dann je nach Verwendung geschaltet und in meinem Fall werden sie für das Surround-System verwendet. Und genau da lag mein Problem, es fehlte ein weiterer Line-In Anschluss, den ich zwingend für meine TV-Karte benötige.
      Aber, da ich keine weitere Soundkarte kaufen wollte, musste eine andere Lösung her, welche sich auf dem Board ergab: Die Anschlüsse für CD-Rom und Aux.
      Diese beiden sind 4-Polige Anschlüsse, die als interne Eingänge der Soundkarte genutzt werden können. Früher ging das Sound-Signal vom CD-Laufwerk nicht digital über den Bus sondern über ein Kabel analog direkt in die Soundkarte. Und genau für dieses Kabel wird nun ein Adapter benötigt, damit man mit einem Klinkenstecker das Soundsignal übertragen kann.


      Planung

      Mein Ziel war es, einen möglichst eleganten Anschluss anzubringen, ohne großartig Kabelsalat zu produzieren, also etwas, das allgemein als "Bastelllösung" verschrieen ist, auch wenn das Wort es eigentlich genau trifft.

      Ich fand eine alte, defekte Soundkarte, die erstmal um die Klinkenbuchsen erleichtert wurde. Ebenfalls kamen noch der Gameport-Anschluss und die Blende ab. Zusätzlich noch ein paar Pins für die internen Anschlüsse, ein stück Lochrasterplatine und ein paar Leitungsdrähte zum verlöten.
      Natürlich darf auch ein Motivationstrunk nicht fehlen ;)



      Farbenspiel

      Nun wollte ich nicht einfach nur ein gelbes Stück Lochrasterplatine in das Gehäuse schrauben; aber einfach nur lackieren fand ich dann doch zu eintönig, zumal ich mich eh nicht für eine Farbe entscheiden konnte.

      Also kramte ich mein Airbrush-Set raus, entwarf mir kurz ein paar Schablonen und fing an. Zum Ziel hatte ich, einfach nur einen kleinen Meteoriten im All darzustellen, der von einem Stern angestrahlt wird. Zu genau sollte es auch nicht werden, da die Platine ja weit unten an den Rand kommen sollte.





      Wenn man eine Platine lackiert, muss man wissen, auf welche Seite die Bauteile kommen, und wo im eingebauten Zustand "oben" ist. Das passte bei mir ganz gut, da es eine ISA-Soundkarte war, bei einer PCI-Karte wäre diese Variante so nicht möglich gewesen bzw. das Motiv würde an den Gehäuseboden zeigen.





      Ein bisschen Schwarz, Weiß und Blau später war ich mit meinem kleinen Airbrush fertig.



      Ich habe die weißen Strahlen etwas stärker dargestellt, da man sonst die Unterschiede hinter einer Scheibe und nur mit z.B. blauem Licht nicht mehr erkennen würde.

      Die Unterseite und die Ränder habe ich danach mit schwarzer Farbe (vom Modellbau) gepinselt, da diese Bereiche nur schwarz sein mussten und zum Boden schauen, daher muss hier nicht so sehr auf einen perfekten Farbauftrag geachtet werden.


      Und wieder den Lötkolben rausholen?

      Ist die Farbe durchgetrocknet, kann mit der Anordnung der Bauteile auf der Platine begonnen werden (Dabei kann die Platine natürlich auch entsprechend klein sein, ich hatte halt noch genau das Stück über und wollte es nicht mehr kürzen).
      Anschließend wurden die zwei Klinkenbuchsen (eine für den AUX- und eine für den CD-Rom-Anschluss) aufgelötet und jeweils mit einer 4-poligen Stiftleise verbunden, dabei sind die beiden inneren zusammen Masse und die Äußeren sind die Kanäle Links und Rechts. Wenn man nicht sicher ist, welcher Anschluss der Buchse jetzt welche Seite ist, kann man später einfach den Stecker auf der Stiftleiste drehen.





      Da die alte Blende der Soundkarte 3 Anschlusslöcher hat, musste das dritte Loch auch noch irgendwie gefüllt werden. Nach kurzem Probieren hab ich festgestellt, dass eine 5mm-LED mit Fassung genau in das Loch passt, also wurde diese ebenfalls auf der Platine verbaut, ebenfalls mit einem 2poligen Anschluss, allerdings ohne Widerstand. Das gibt mehr Freiheiten bei späteren Einsatzmöglichkeiten.
      Da die LED allerdings sehr stark leuchtet, wollte ich noch ein wenig Farbe ins Spiel bringen, und hab mir den Farbton "Eisen" aus meinem Kasten rausgesucht. Damit habe ich neben den Klinkenbuchsen und der Plastikabdeckung vom Gameport auch die LED von Außen bemalt, sodass diese nicht mehr nach außen strahlt (auf LAN wäre mein Gegenüber sonst mit der Zeit bestimmt 'etwas' gereizt gewesen). Dabei wirkt der Metallic-Effekt der Eisenfarbe wie ein Spiegel, und das Licht der LED strahlt nun "rückwärts" genau auf das Motiv der Platine, während von außen nur ein kleiner Eisenkopf heraussteht.





      Fertigstellen

      Jetzt wird das ganze noch eingebaut und getestet, ob das Signal sauber und möglichst Störungsfrei übertragen wird. Je kleiner die Lötbrücken zwischen den Anschlüssen Buchse und der Sockelreihe sind, desto besser dürfte die Übertragung sein, daher ist meine Lösung auch nicht unbedingt optimal.
      Anschließend sucht man sich noch eine Verwendung für die LED, Sound-to-Light würde genauso passen wie HDD-Acting oder auch nur Dauerleuchten, die Möglichkeiten sind zahlreich.





      Das einzige, was jetzt noch zu tun bleibt, ist die Kabel entsprechend zu kürzen, da sonst die ganze Arbeit nichts bringen würde; aber das Kürzen sollte kein Problem darstellen, Kabel abschneiden, abisolieren, Stecker neu vercrimpen und fertig :)



      Ergebnis

      Optisch habe ich auf jeden Fall das erreicht, was ich wollte, eine saubere Lösung meines Problems ohne herumliegende Kabel oder irgendwie verbundene Drähte, die wahllos aus dem Gehäuse hängen. Weiterhin gibt es durch das Airbrush sogar noch einen kleinen Hingucker und auch die These, man könne doch nicht überall ne LED verbauen, wurde erfolgreich widerlegt, zumal auf diese Weise wohl kaum eine LED verwendet wird ;)