Plexifront im Eigenbau

      Plexifront im Eigenbau

      Einleitung

      Jeder kennt es, man schaut seine Kiste an, hat schon alles Mögliche gemoddet und dennoch sind da immer noch die langweiligen Slotblenden für die Laufwerke und einige Schalter.

      Ich fand es auch irgendwann irgendwie schade, daß das einfach nicht ansehnlich wird, also entstand die Idee, die ganzen Blenden durch Plexiglas zu ersetzen.

      Ziel war es, eine komplette Blende über alle acht Schächte (6x5,25? & 2x3,5?) zu erstellen, in der alles integriert ist.



      Es braucht nicht viel...

      Um das ganze umzusetzen, benötigt man eigentlich nur genügend Plexi, der Rest müßte eigentlich vorhanden sein. Ich benutzte 4mm Polystrol, Bastlerglas, in jedem Baumarkt zu finden. Netto brauchte ich in etwa 50x50cm, also eine Scheibe (Brutto war es leider etwas mehr, weil mir die ersten zwei Versuche zerbrochen sind).

      Dazu kommen nur die Schalter, LEDs und LED-Fassungen, die man verwenden möchte, Kabel und natürlich Werkzeug wie Säge, Schleifpapier, Bohrer und Dremel.

      Grundsteinlegung

      Als erstes wird ausgemessen, wie groß die Blende eigentlich sein muß, aber nicht die einzelnen Blenden messen, sondern die Fassung (der Rahmen), in der sie stecken.

      Jetzt geht?s richtig in die Vollen, Säge raus und an den Kanten aussägen bis man ein 4mm dickes Rechteck hat. Ich habe anfangs mit Säge gearbeitet, und ein bischen mit Dremel und Trennscheibe. Danach kommt man um Schleifpapier nicht herum, damit man schöne gerade Kanten bekommt.



      Ist der grobe Zuschnitt fertig, muß man sich nun langsam an die Endform herantasten, wie immer gilt, zweimal messen und nur einmal schneiden. Soll ja nicht schief werden ;)

      Ok, für die 3,5? Blenden muß nun auch noch ein bischen was getan werden, also wieder gut abmessen und am besten markieren. Es bietet sich an, des öfteren das Plexiglas mit der Fassung abzugleichen. Danach wieder langsam an die richtige Form ranschleifen, bis es gut paßt.

      Am Ende muß die Blende leicht in die Fassung passen, sollte nicht rausfallen, aber auch nicht den Lack abkratzen. Immer mal schauen, ob es noch irgendwo hackt und notfalls sanft abschleifen.



      Planung ist alles
      Paßt die Blende, sollte man sich jetzt über die Anordnung der Laufwerke Gedanken machen.

      In meinen Slots steckte neben Brenner und DVD-Laufwerk noch Einer für eine Lüftersteuerung und ebenfalls noch zwei Slots für diverse Schalter und Displays.

      Ich entschloß mich dahingehend, die oberen 5,25? Slots freizulassen, um dort meine Schaltzentrale einzubauen, die beiden unteren sollten für die Laufwerke bleiben. Die Displays kamen raus, da ich dafür keine Verwendung mehr hatte.

      Durch diese Anordnung hat man auch einen wunderschönen Blick auf das DVD-Fenster, ganz ohne Top-Window.

      Die 3,5? Slots fallen natürlich nicht weg; hier kommt im oberen das Floppy und darunter sollten die I/O-Geräte, das wäre bei mir der Front-USB und ein sekundärer Soundausgang.

      Hat man sich für eine passende Anordnung entschieden, geht?s weiter mit dem Layout der ?Schaltzentrale?. Um genügend Sichtfeld auf das DVD-LW zu haben, müssen die Schalter um den Rand angeordnet werden. Man sollte sich die Vorlage ausdrucken und dann möglichst genau danach bohren. Eine Standbohrmaschine ist hierbei natürlich hilfreich, so bleiben auch alle Löcher in einer Flucht.



      Ich habe die Vorlage mit Iso-Band oben auf dem Plexiglas befestigt, und zuerst mit einem 2mm Bohrer vorgebohrt, danach 3,5mm und abschließend die richtige Lochgröße von 6mm.

      Diese Vorgehensweise ist zwar aufwendig, allerdings auch sehr viel genauer, da der Bohrer eine Führung hat und kleinere Fehler auch noch ausgeglichen werden können.

      Ebenso verfährt man mit den Bereichen für Front-USB und den Knopf vom Floppy. Einfach 2 Löcher nebeneinander, diese werden dann zu einem Schlitz gefräst und geschliffen. Die USB-Halterung wird bei mir durch 2 Schrauben gehalten, also auch dafür noch zwei kleine Löcher.

      Für meine LEDs hab ich mich dahingehend entschieden, Chromfassungen zu verwenden, da mir die Plastikhalterungen irgendwie nicht so richtig gefallen. Aber das kann jeder selbst entscheiden :) Übrigens sollte man die Schrauben der USB-Halterung auch auf Hochglanz polieren, um die Optik zu wahren.


      Stealth-Mod mal anders

      Bis hierhin war eigentlich alles nicht so knifflig, doch das ändert sich jetzt:

      Das DVD-Laufwerk

      Dieses wird genau unter die Lupe genommen. Die Blende kommt ab; bei mir fand sich ein Sound-Ausgang, das Poti für dessen Lautstärke, eine Duo-LED sowie zwei Taster.

      Die LED wird ausgelötet, und am besten mit Litze verbunden und hinter das Laufwerk geführt. Ebenso verfährt man mit dem Taster zum Öffnen, dieser muß allerdings nicht ausgelötet werden. Am Ende sollten 5 Kabel hinten aus dem Laufwerk hängen. Der Rest ist für mich eigentlich uninteressant, da ich das nie genutzt habe.

      Analog verfährt man mit dem Brenner. Hier hab ich allerdings auf die LEDs verzichtet, da es sich hier um 4 SMD-LEDs handelte, das war mir dann doch zuviel. Außerdem brauchte ich diese nicht weiter.

      Ziel ist es, die Öffner der Laufwerke durch ?Tast-Schalter? mit in die ?Schaltzentrale? aufzunehmen. Die Anschlüsse der LED wiederum sollen dann einen Teil der Beleuchtung steuern.

      Sind alle Kabel verlegt, werden diese noch isoliert und möglichst sicher verstaut um anschließend das Laufwerk ohne Blende wieder einzubauen.

      Hierzu muß allerdings noch die Seitliche Befestigung angepaßt werden, das Laufwerk muß rund 6-10mm nach hinten versetzt werden, damit alles paßt. Dazu werden einfach ein paar neue Löcher gebohrt, und am Ende der Halterung ein Stück der gleichen Länge abgeschnitten.



      Wo geht?s raus?

      Die gesägte Frontplatte wird jetzt angehalten, um zusehen, wo die Löcher für die Schubladen gebohrt werden müssen. Dabei sollte das Plexiglas möglichst fest und gerade sitzen. Mit gutem Augenmaß werden nun die Eckpunkte auf der Scheibe markiert. Danach mit den abgebauten Blenden alles noch mal kontrollieren, auch nachmessen schadet nicht.

      Dieser Schritt ist entscheidend, hier gemachte Fehler können dazu führen, daß die Laufwerke nicht richtig öffnen können. Slot-In-Laufwerke haben hier natürlich einen Vorteil.

      Analog verfährt man mit dem Brenner und auch mit dem Floppy. Hier muß sogar noch ein wenig genauer hingeschaut werden, da der Schlitz für das Floppy möglichst klein bleiben soll.

      Ist alles markiert, geht?s von der Theorie zur Praxis über.

      Als erstes hab ich mit einer Trennscheibe einen Schlitz innerhalb der Markierung geschnitten,

      bis ich mit einem Schleifaufsatz darin arbeiten konnte. Mit diesem hab ich mich bis an den Rand der Markierung herangearbeitet. Danach kommt alles elektrisches Gerät beiseite, es geht mit Schleifpapier weiter.



      Da die Öffnung ja gerade werden soll, hab ich das Schleifpapier um eine Europa-Platine aus Kupfer befestigt, es geht aber auch jede andere ebene Platte, die in die Öffnung paßt. Damit läßt sich jetzt genau und plan bis zur Markierung schleifen. Öfters mal die Scheibe in den Rahmen halten, ob die Schubladen ohne Probleme aufgehen, oder sich noch irgendwo verhaken.



      Das gleiche wird für den Brenner und das Floppy getan. Beim Floppy wird?s noch mal kniffelig, da hier der Spielraum noch geringer ist. Entweder man macht den Schlitz etwas größer, oder immer ein wenig abschleifen und testen. Das kann dauern, aber der Aufwand lohnt sich.



      Schrauben oder Kleben?

      Ist die ganze Front mit allen Löchern, Schlitzen und Öffnungen fertig, muß man sich über die Befestigung Gedanken machen.

      Es gibt jetz mehrere Möglichkeiten, im Rahmen festkleben oder schrauben, oder mit Gestell.

      Ersteres ist natürlich etwas entgültig, ich bevorzugte ein richtiges Gestell.

      Dazu wird wieder etwas 4mm Plexiglas benötigt. Dieses muß nun zweimal für die Seitenwände zugeschnitten werden, am besten die gesamte verbleibende Höhe bis zu den Laufwerken und von der Tiefe her ebenfalls wie ein normales Laufwerk.



      Zusätzlich fertigte ich noch zwei kleine Streben an, die unter dem Floppy verschraubt werden sollen, damit ich mir nicht beim Abziehen von USB-Steckern das Plexiglas abbreche.

      Danach wird noch mal alles geprüft ob es auch richtig sitzen wird, bevor die Löcher zur Befestigung in die Seitenwände gebohrt werden. Hier kann es von Vorteil sein, diese Löcher etwas größer ausfallen zu lassen, damit später etwas Spiel bei der Befestigung vorhanden ist.



      Der Klebevorgang ist noch einmal ein kritischer Moment: Ich habe alle Seitenteile im Gehäuse eingebaut und so angeordnet, daß sie den gleichen Abstand zur Front haben. Danach werden die Klebeflächen mit Klebstoff benetzt. Auf keinen Fall zuviel nehmen, sonst gibt es unschöne Klebestellen. Der Kleber ist wirklich aggressiv in Bezug auf Plastik, da er nicht in dem Sinne ?klebt?, sondern das Plastik ?verschweißt? also beide Flächen weich werden läßt um diese chemisch zu verbinden.

      Ist alles mit Klebstoff versehen, kommt der Moment der Wahrheit, die Front wird nun ans Gehäuse gedrückt und mit den Seitenteilen verbunden. Hier ist es hilfreich, die Seitenteile von hinten mit festzudrücken.



      Man sollte jetzt umgehend (nach ca.3-5 Minuten) testen, ob die Laufwerke aufgehen und die Diskette aus dem Floppy kommt. Wenn nicht, muß man nämlich noch etwas nachschleifen, oder das betreffende Laufwerk etwas verlagern.

      Das ganze sollte jetzt etwa 10-15 Minuten antrocknen, dann das Gestell vorsichtig ausbauen und hinlegen, damit sich nichts verzieht. Dabei kann auch gleich die Querstrebe eingeklebt werden.



      Es werde Licht...

      Damit ist der Großteil der Arbeit getan. Was jetzt folgt ist die Verkabelung und Beleuchtung.

      Als erstes sollten alle Schalter und LED-Fassungen eingesetzt werden. Hier bietet sich an, alles auf einer Testfront zu verkabeln und -löten, da man mehr Platz hat und nichts beschädigen kann. Diese kann man sich am besten schon beim Bohren anlegen, oder aber hat sowiso eine zur Verfügung, falls man die erste auch zerbrochen hat.



      Die Kabel werden am Besten steil nach oben verlegt, damit sie aus dem Sichtfeld kommen. Zusätzlich hab ich sie mit Spiralkabel ummantelt, um mehr Übersicht zu erhalten. Die Seitenflächen kann man natürlich auch nutzen, um etwa einige Schaltungen oder auch Gravuren anzubringen, hier ist genügend Platz dafür.



      Ist alles verlegt, geht?s an die Beleuchtung. Ich hatte vor, grundlegend eine rote Beleuchtung für den Zwischenraum, sowie eine rote Beleuchtung in den Laufwerken, wenn eine CD eingelegt ist. Sollte eine DVD eingelegt sein, leuchten zwei UV-Spots von oben auf das DVD-Fenster um dies noch hervorzuheben. Das ganze funktioniert folgendermaßen: Über einen Optokoppler wird das Signal der DVD-LED entkoppelt und über einen Transistor verstärkt. Durch die Dou-LED gibt es zwei Signale, eins bei eingelegter CD, und zusätzlich das Zweite bei einer DVD. Also kommen die Entsprechenden LEDs an die beiden Transistor-Schaltungen.

      Im Hintergrund wiederum sollte ein beleuchteter Lüfter schaufeln, dessen Licht durch ein Stroboskop gesteuert wird, daß heißt die Beleuchtung ?blinkt? in so schneller Folge, daß es den Anschein hat, der Lüfter läuft langsam, steht oder dreht rückwärts (unabhängig davon dreht er dennoch in voller Geschwindigkeit). Dieses Blinken ist im übrigen nicht wahrnehmbar für das menschliche Auge, es ergibt also einen sehr interessanten Effekt. Durch den Lüfter gibt es auch einen Abschluß des Innenraums, man muß sich also nicht nur das Netzteil ansehen.



      Die LEDs für die Innenbeleuchtung werden am besten oben im Gehäusedeckel angebracht, dadurch stören sie auch nicht im Falle eines Ausbaus der Front. Hier gibt es wieder viele Möglichkeiten, ob einzeln ankleben oder auf Lochraster verlöten, und mit Iso-Band anbringen, alles was hält ist legitim.

      Wenn alles verkabelt ist, alle Schalter und Anschlüsse ausgiebig testen, sich dazu irgendein alkoholisches Getränk besorgen, eine DVD einlegen und eine Runde feiern ;)







      Fazit

      So, das wars, fertig ist die neue Front, ein echter Hingucker, zumal es wirklich jeder sieht, der vorbei geht, ein Fenster für alle, mit einem netten Showeffekt im Hintergrund.

      Alternativ kann man natürlich auch die Front- oder Seitenwände milchig machen, das Stroboskop auch auf die CD einstellen oder sich etwas anderes als Blickfang einfallen lassen, vielleicht mit einem Lauflicht Star-Trek-like einen kleinen Warp-Kern basteln oder auch das Netzteil gehörig in Szene setzen. Durch kleine Änderungen können hier viele Ideen mit großer Wirkung umgesetzt werden. Manch einer will vielleicht noch ein Display und verzichtet dafür lieber auf einige Schalter...

      Und hier noch ein paar Bilder zur Reizüberflutung: